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Was für ein Zirkus!

An der Grundschule in Gerschede / von Dr. Sandra Wynands

Am Wochenende zeigen Schüler der Grundschule Gerschede ihre eigene Zirkusvorführung.

DSC 0087 800pxDas Zirkuszelt des "Zirkus ohne Grenzen" ist rot-weiß. Schließlich sind wir ja in Essen! Als ich es betrete öffnet sich über mir ein funkelnder Sternenhimmel. Sekunden später beleuchten bunte Scheinwerfer das Zelt und etwa vierzig Schüler stürmen in die Manege. So nennt man die Bühne in einem Zirkus. Ihre Gesichter strahlen, denn sie haben soeben etwas Tolles geschafft: die Generalprobe für ihr eigenes Zirkusprogramm, das sie am Freitag und Samstag zeigen werden.

 

 

Zirkus Gerschede 1039 800pxEs gibt Zauberer, Clowns, Hochseilartisten, Akrobaten und sogar Fakire mit echtem Feuer! Besonders beeindruckend sind die Jongleure mit ihren Fahnen und Bändern und Diabolos, die sie wild umher schleudern. Sie jonglieren nämlich bei Schwarzlicht mit fluoreszierenden Stoffen! Schwarzlicht heißt eigentlich ultraviolettes Licht und ist für Menschen unsichtbar. Fluoreszierende Stoffe können dieses Licht aber wieder abgeben, wenn man sie vorher damit bescheint. Sie scheinen dann von selbst zu leuchten, meist in grün, gelb oder orange. So tanzen in Gerschede Lichteffekte wie von Geisterhand durch die Luft, denn die ganz in schwarz gekleideten Jongleure sieht man in der Dunkelheit nicht.

 

Zirkus Gerschede 1058 800pxDer Zirkusdirektor des "Zirkus ohne Grenzen" heißt Alexander Koplin. Er hat den Schülern dabei geholfen im Laufe der vergangenen Woche ihre eigene Show einzuüben. Alexander zieht mit seiner Truppe durch ganz Deutschland. Den Weg zu so einem tollen Beruf fand er durch seine Familie: seine Frau kommt nämlich aus einer Zirkusfamilie und sein Vater arbeitete schon früher an der Ruhrtalklinik mit behinderten Kindern. Besonders schön findet Alexander, dass Kinder im Zirkus oft Stärken an sich entdecken von denen ihre Eltern und Lehrer noch gar nichts wussten. Zum Beispiel spielen ganz schüchterne Kinder manchmal Hauptrollen! Das können sie, weil die Gemeinschaft im Zirkus so stark ist dass sie ihr Lampenfieber nach einer Weile einfach vergessen.

 

Zirkus Gerschede 1076 800pxWo wir gerade von Lampenfieber reden: in Alexanders Zirkus können Eltern den Kindern dann nicht sagen, dass sie sich nicht so anstellen sollen. (Das machen Eltern ja manchmal.) Denn mit ihnen übt Alexander die Vorführung auch ein! Und zwar bevor er das mit den Kindern macht. Die Eltern erleben also das gleiche wie die Kinder und können später nicht so tun als wüssten sie schon alles.

 

Die Rektorin der Gerscheder Schule, Martina Neuer, macht schon seit 2004 Zirkus in Gerschede: ungefähr alle vier Jahre, damit jedes Kind einmal Artist sein kann. 2004 war es noch sehr ungewöhnlich, dass bei solchen Gelegenheiten alle Jahrgänge zusammen etwas machen. Frau Neuer ist mit genau so viel Begeisterung bei der Sache wie die Kinder. Sie haftete sogar mit ihrem Privatvermögen als der Zirkus zum ersten Mal nach Gerschede kam! Bald möchte sie aber auch mal was anderes mit den Kindern probieren: "Vielleicht ein Musical oder eine Trommelwoche?" 

Die Fotos sind im Rahmen einer Probe entstanden.